Warum schuf Gott?
Warum hat Gott die Welt überhaupt erschaffen? Was hat er davon? W. Borlinghaus versucht, eine Antwort auf diese Fragen zu geben.
Fragen über Fragen
Die gestellten Fragen betreffen das souveräne Schöpfungshandeln Gottes: Warum hat Gott überhaupt etwas geschaffen? Hat er Spaß daran? War er so allein? Antworten auf diese Fragen sind schwer zu finden, denn die Bibel gibt dazu praktisch keine direkten Auskünfte.
Jedoch können einige prinzipielle Ansatzpunkte weiterhelfen. So betont die Bibel an zahlreichen Stellen, dass Gott ein kreativer (= schöpferischer) Gott mit gewaltigen Fähigkeiten ist. Es ist logisch, dass Gott diese Qualitäten auch zum Einsatz bringt. Ein Beispiel dafür wird in Psalm 65, 7-9 beschrieben:
In deiner Kraft hast du die Berge gebildet, deine Macht ist allen sichtbar. Du besänftigst das Brausen der Meere, die tosenden Wellen läßt du verstummen; ja, auch die tobenden Völker bringst du zum Schweigen. Alle Bewohner der Erde erschrecken vor deinen Taten, vom Osten bis zum Westen jubeln die Menschen dir zu.
Gleichzeitig beschreibt die Bibel Gott als einen souveränen Gott, der in seinem Handeln nicht von den Menschen abhängig ist:
Wer seid ihr denn eigentlich, ihr Menschen, dass ihr meint, Gott zur Rechenschaft ziehen zu können? Glaubt ihr wirklich, dass sich der Schöpfer vor seinen Geschöpfen verantworten muss? Schließlich kann auch ein Töpfer aus einem Klumpen Lehm ein wertvolles oder ein gewöhnliches Gefäß formen. (Römer 9,20-21)
Wenn der Mensch auch nie mit Gott konkurieren könnte oder ihm vorschreiben könnte, was er machen soll, bleibt dennoch eines festzuhalten: Gott liebt seine Geschöpfe, er kümmert sich um sie und hat ihnen das Leben als Geschenk gegeben. Darüber spricht Jesus sehr eindrücklich in der Bergpredigt (Matthäus 6,25-34).
Und auch der israelitische Könige David staunt über Gottes liebevolle Kreativität dem einzelnen gegebüber:
Du hast mich geschaffen - meinen Körper und meine Seele, im Leib meiner Mutter hast du mich gebildet. Herr, ich danke dir dafür, dass du mich so wunderbar und einzigartig gemacht hast! Großartig ist alles, was du geschaffen hast - das erkenne ich! Schon als ich im Verborgenen Gestalt annahm, unsichtbar noch, kunstvoll gebildet im Leib meiner Mutter, da war ich dir dennoch nicht verborgen. Als ich gerade erst entstand, hast du mich schon gesehen. Alle Tage meines Lebens hast du in dein Buch geschrieben - noch bevor einer von ihnen begann! (Psalm 139,13-16)
Warum konnte und kann der Mensch böse werden?
Aber warum hat Gott die Welt so anfällig für das Böse geschaffen, wenn er doch ein kreativer und souveräner Gott ist? Wieso wurden Adam und Eva so bald von Satan versucht - und das innerhalb einer Schöpfung, die von Gott selbst als sehr gut bezeichnet wird?
Eine der zentralsten Aussagen hierzu ist, dass Gott den Menschen als Mann und Frau "zu seinem Bilde" (1.Mose 1,26f) geschaffen und damit bestimmte Eigenschaften von sich selbst an den Menschen weitergegeben hat:
- Entscheidungsfähigkeit
- Kreativität
- Kommunikationsfähigkeit durch Sprache
- Beziehungsfähigkeit (Liebe, Treue, Fürsorge, etc.).
Diese Gaben haben automatisch eine gewisse Verantwortlichkeit gegenüber dem Schöpfer zur Konsequenz. Die Erschaffung des Menschen als denkendes, entscheidungsfähiges und Gott verantwortliches Wesen enthält das Risiko des Missbrauchs dieser Fähigkeiten.
Gott ließ den Einfluss Satans in seiner Schöpfung zu, obwohl er wusste, dass dieser seine als Spiegelbild geschaffenen Menschen zum Bösen verführen könnte. Das dies so bald geschah und so verheerende Folgen für die gesamte Schöpfung und Menschheit hatte, ist für uns bis heute schwer einsehbar, aber ein Faktum, das uns in den ersten Kapiteln der Bibel mitgeteilt wird.
Die Schwere der Strafe liegt begründet in Gottes Heiligkeit: Er kann mit dem Bösen, mit Schuld und Lieblosigkeit, keine Gemeinschaft haben. Auch das wusste Gott im Voraus. Genau deshalb warnte er die Menschen durch seine Worte vor Misstrauen und Ungehorsam ihm gegenüber (1.Mose 2,15-17).
Musste die Geschichte von Gott und Mensch so verlaufen?
Der Mensch jedoch missbrauchte und missbraucht die Freiheit, die Gott ihm gab, und muss zunächst die Folgen dafür tragen: Die Vertreibung aus dem Paradies und ein Leben, das neben vielen schönen Dingen auch von Leid geprägt ist. Durch den Ungehorsam des Menschen war außerdem der direkte Draht zu Gott gestört. Der Mensch konnte nicht mehr ummittlbar in einer Beziehung zu Gott leben.
Doch das ist nur eine Seite der Medaille. Denn andererseits folgt daraus ebenso die gesamte Rettungsgeschichte Gottes mit der Menschheit. Sie gipfelt in der Person Jesus Christus, der die durch den Sündenfall entstandene Kluft zwischen Schöpfer und Geschöpf überbrückt.
Wir erfahren in der Bibel nur, dass es so war und dass der Schöpfer sogar bereits vor der Schöpfung Jesus Christus als Lösung bereitgehalten hat:
Lob und Dank sei Gott, dem Vater unseres Herrn Jesus Christus! Er hat uns mit seinem Geist reich beschenkt, und durch Christus haben wir Zugang zu Gottes himmlischer Welt erhalten. Schon vor Beginn der Welt, von allem Anfang an, hat Gott uns auserwählt. Wir sollten zu ihm gehören, befreit von aller Sünde und Schuld. (Epheser 1,3-4)
Wir erfahren nicht, warum es keinen anderen Weg mit der Menschheit geben konnte. Das war Gottes souveräner Entschluss, den wir als Geschöpfe von nichts anderem ableiten können als von seinem Willen.
Gottes eigentliche Sehnsucht
Gott hat die Ereignisse vorausgesehen. Trotzdem und vielleicht gerade deshalb hat Gott den Menschen so geschaffen wie er ist - nämlich mit dem Risiko, dass er seinem Schöpfer die Liebe und den Gehorsam verweigert. Liebe wäre ohne die Möglichkeit zur Verweigerung fraglich und wohl grundsätzlich nicht möglich. Deshalb kann Gott über diesem Menschen und seiner Möglichkeit zur Ablehnung Gottes trotzdem sein "sehr gut" aussprechen.
Sollte der Mensch die von Gott gegebene Freiheit tatsächlich missbrauchen, muss dieser Entschluss allerdings Konsequenzen haben. Begangenes Unrecht muss gerichtet und verurteilt werden - sonst gibt es keine Gerechtigkeit. Das ist schon in unserer menschlichen Gesellschaft so. Da Gott erhaben, heilig und gerecht ist, geht auch er über Schuld nicht einfach hinweg.
Der Schöpfer wollte die Liebe und das Vertrauen seiner Menschen nicht erzwingen, sondern darum werben. Dadurch, dass er dem Menschen diese Freiheit geschenkt hat, hat er ihn für sich erst einmal verloren. Gott beweist aber schließlich seine Menschenliebe durch Jesus Christus auf eine so eindrückliche Art und Weise, dass der Mensch sich als verloren erkennen kann und zu Gott umkehren kann. Auf diese Weise erreicht Gott sein eigentliches Ziel mit dem Menschen doch noch. Jesus erzählt in diesem Zusammenhang die bekannte Geschichte vom verlorenen Sohn. Sie zeigt, dass Gott den Menschen loslässt, welche Konsequenzen die Selbstbestimmung für den Menschen hat - und wie der Weg aus diesem Dilemma aussieht:
Doch der Sohn bekannte: 'Vater, ich bin schuldig geworden an Gott und an dir. Sieh mich nicht länger als deinen Sohn an, ich bin es nicht mehr wert.' Sein Vater aber befahl den Knechten: 'Beeilt euch! Holt den schönsten Anzug, den wir im Hause haben, und gebt ihn meinem Sohn. Bringt auch einen kostbaren Ring und Schuhe für ihn! Schlachtet das Kalb, das wir gemästet haben! Wir wollen feiern! Mein Sohn war tot, jetzt lebt er wieder. Er war verloren, jetzt hat er zurückgefunden.' Und sie begannen ein fröhliches Fest. (Lukas 15,21-24)
Auch die folgenden Bibelstellen zeigen noch einmal, wie Gottes Weg mit den Menschen aussieht:
Gott aber hat uns seine große Liebe gerade dadurch bewiesen, dass Christus für uns starb, als wir noch Sünder waren. Wie viel weniger müssen wir einmal am Gerichtstag Gottes Zorn fürchten, nachdem wir jetzt durch den Opfertod Jesu von unserer Schuld freigesprochen sind. Als wir noch seine Feinde waren, hat Gott uns durch den Tod seines Sohnes mit sich selbst versöhnt. Wie viel mehr werden wir, da wir jetzt Frieden mit Gott haben, am Tage des Gerichts bewahrt bleiben, nachdem ja Christus auferstanden ist und lebt. (Römer 5,8-10)
Dann haben wir Gottes Liebe und Güte erfahren durch unseren Erlöser und Retter Jesus Christus. Nicht, weil wir etwas geleistet hätten, womit wir diese Liebe verdienten, nein, seine Barmherzigkeit war es, die uns durch eine neue Geburt zu neuen Menschen gemacht hat. Das war ein Werk des Heiligen Geistes, den Gott uns durch unsern Erlöser Jesus Christus in reichem Maße geschenkt hat. (Titus 3,4-6)
Quelle: Nikodemus.net
(Foto: barunpatro_mengwong/ sxc.hu)
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Autor: Winfried Borlinghaus
Leserbrief zu diesem Beitrag
- Von Martin Flohr am 14.04.2010, 10:36 Uhr.
- Die Frage ist für mich nicht,warum Gott die Welt so anfällig für das Böse geschaffen hat, sondern, warum es das Böse überhaupt gibt, wenn doch Gott( das Gute( der Schöpfer allen Ursprungs ist .Kann etwas durch und duchr Gutes etwas Böses erschaffen, um die Menschen hinterher dann zu bestrafen, wenn sie dem Bösen hinterherlaufen. Wie kann über Gott, der als allwissend, allmächtig etc. geglaubt wird, im A.-T. na mehreren Stellen gesagt werden: Und es gereute Gott, dann hätte er ja vorher Fehler gemacht. Nur Fehler kann ich bereuen, richtiges Handeln werde ich nicht bereuen, also ist Gott fehlerhaft?
- Von Gottfried Pendl am 22.02.2010, 17:16 Uhr.
- Ja warum hat GOTT/JAHWE die Welt und die Menschen samt dem gesamten Universum erschaffen?
GOTT wolte eine Welt erschaffen und hat sie erschaffen zu einem Paradies,und setzte das erste Mensenpaar in d Welt,in ein Paradies.GOTT wollte eine Welt das sie belebt,gehegt und bewohnt wird.Aber die Menschen wolten es anders,sie Rebelletierten gegen GOTT und der Satan stiftet sie dazu an.Satan und das erste Menschenpaar wollten sein wie GOTT und wissen über gut un böse.Stan war am Anfang bei GOTT als ein HERRLICHER Engel und er wurde auch ENGEL des LICHT geannt,aber er wollte besser sein wie GOTT und daher kam es zum Sündenfall und somit entsand der Tot und verbreitete sich über alle Menschen,alle haben gesündigt,und wir sind durch die Erbsünde schon von der Geburt an belastet.Ja es steht sogar geschrieben;In Sünde empfing mich meine Mutter (David).Aber GOTT hat schon von Anfang alles geplant das ein ERLÖSER kommen wir,und die Sünde zu vernichten.Er sandte seinen Sohn JESUS CHRISTUS zu uns Menschen um uns mit sienem Opfertod von der Süne und Trennung zu GOTT erlösen.GOTT ging so weit,das er seinen einigen Sohn hingab,damit die Menschen wieder ein EWIGES-LEBEN erreichen können.GOTT hat alles so Wunderbar geschaffen und gemacht,das die Menschen immer in Frieden und bester Gesundheit und für EWIG leben hätten können,ja häten,aber die Menschheit wurde böse,Rachsüchtig und Egoistisch,bis das GOTT gesagt hat;"Mich Reuet das ich die Erde gemacht habe,dennn die Menschen sind voler Haß und Verderbtheit,ich werde sie vernichten,aber auf dem Noah und seine Familie hatte GOTT das Auge gerichtet,und hatten Gunst in GOTTES-AUGEN.Er lies Noah eien Arche bauen und so wurden sie gerettet.Aber leider ing es danach wieder so,dass.das Böse wieder überhand nahm,aber GOTT at schon wieder einen Plan mit der Erde und Menschheit.Es wird JESUS Wiederkommen,ein GOTTESREICH/KÖNIGREICH aufbauen,das nie zugrunde geht (Daniel 2:44)aber alle anderen reiuch der Welt vernichten wird.Und JESUS richtet ein Königreich auf,in dem GERECHTIGKEIT,FRIEDEN,GESUNDHEIT und die Menschen EWIG leben können,und auf das freue ich mich schon und auch viele andere.Jesja hat schon davon gesprochen und der Petrus auch (Aber in jenen Tagen wird er ein Königreich Aufrichten,indem GERECHTIGKEIT Herrscht bis in alle Ewirgkeit)und dann freuen wir uns,was in Offenbarung 21:1-5 steht;Einen Neuen Himmel und eine NEUE Erde,wo alles Leid ein Ende hat und zuletzt dann auch der Tod für immervernichtet wir.Ja GOTT/JAHWE wollte eine PARADIESISCHE ERDE und er wird sie wieder zu einem PARADIES machen.GOTT sei DANK!!! Amen!!!! - Von Karin am 18.02.2010, 13:09 Uhr.
- Herzlichen Dank für diesen durchdachten Beitrag. Er bestätigt meine Sicht. Ich staune immer wieder darüber, wie wichtig Gott Freiheit ist. Er möchte unbedingt, dass wir ihn freiwillig lieben und lässt damit die Möglichkeit offen, dass wir uns gegen ihn entscheiden. Ist das nicht ein Zeichen wahrer Liebe?! Davon können wir in unseren Beziehungen nur lernen.
- Von Sepp Zumstein am 18.02.2010, 11:30 Uhr.
- Die Antwort auf die Bemerkung von Christa heißt Nikodemus.Net. Das ist die Quelle des eigentlich kürzeren Original-Artikels! Und ich meine, dort werden Fragen beantwortet, die andere gestellt haben. Wer sich diese Fragen nicht stellt, dem nützt logischerweise auch die Antwort nichts :-).
- Von Ingrid am 16.02.2010, 15:28 Uhr.
- Ich sprach mit unserer Enkeltochter über Weihnachten und sie fragte:
„Warum kam Jesus denn auf die Erde? Hatte er im Himmel nicht alles, was man sich nur denken kann? Was fehlte ihm denn, dass er zu uns kam?“
Langes Schweigen nach diesen schweren Fragen.
Schließlich gab sich Tabea selbst die Antwort:
„Wahrscheinlich fehlten ihm unsere Herzen!“
Es sind die dunkelsten Tage des Jahres, die vor uns liegen. Aber unser Herz sieht tiefer und entdeckt das Licht, das auch und gerade in diesen Tagen leuchtet.
Unser Herz spürt die Sehnsucht nach Geborgenheit in diesen kalten Wintertagen.
Nehmen wir uns ein Beispiel an unseren Kindern/Enkelkindern, für die das Weihnachtsfest ein besonderer Zauber umgibt. - Von Gudrun am 12.02.2010, 13:54 Uhr.
- Wir Fragesteller dieser Frage werden uns wohl gedulden müssen, bis wir Gott selbst nach seiner Motivation fragen können. Bis es soweit ist, bastle ich mir folgendes Stückwerk zusammen, weil Gottes Gedanken unendlich höher als der Menschen Gedanken sind (Jesaja 55,9): Gott ist Liebe. Seine Motive sind Liebe. Als er seine Schöpfung nach dem 6. Tag ansah, war diese „sehr gut“ (1. Mose 1, 31). So folgere ich daraus, dass Gott immer aus Liebe handelt, seine Motive in der Liebe gründen und seine Werke sehr gut sind. Mir reicht diese Erklärung aus, mehr würde mich jetzt wahrscheinlich überfordern.
- Von Sara Becker am 12.02.2010, 12:59 Uhr.
- Ein echt guter und vor allem mutiger Beitrag, meiner Meinung nach! Die Frage zu stellen, warum es überhaupt eine Schöpfung gibt (also, welcher Sinn dahinter stehen könnte) ist sicherlich nicht endgültig und klar zu beantworten. Dieser Artikel ist dennoch sehr interessant und gibt gute Hinweise. Vielen Dank dafür!
- Von Stephanie am 12.02.2010, 10:42 Uhr.
- Für mich sind diese Fragen und die Antworten darauf fundamental für meinen Glauben und damit für die Auseinandersetzung mit allem, was mir in meinem Alltag begegnet. Wunderbar ist es auch, unseren Gott dadurch näher kennenzulernen. Da kann ich oft nur staunen!
- Von Christa Bogenreuther am 11.02.2010, 21:25 Uhr.
- Muss man Antworten suchen auf Fragen, die niemand stellt bzw. auf solch spekulative Fragen? Wem nützt das?
Sorry, aber mir leuchtet so viel frommer Aktionismus nicht ein.



