Außen lebend, innen tot
Robert Enke litt an Depressionen - einer Krankheit, die tabuisiert wird. Auch unter Christen.
Nur 32 Jahre alt ist Robert Enke geworden. Wenn jemand so jung stirbt – noch dazu, wenn er selbst seinem Leben ein Ende setzt – ist der Schock für die Angehörigen unermesslich groß. Wenn es dann noch um einen Fußballnationaltorhüter geht, nimmt auch die Öffentlichkeit umso mehr Anteil, wie man den vielen Einträgen in Enkes Kondolenzbuch sieht.
Das ist gut so, finde ich. Vor allem dann, wenn dadurch das Thema „Depression“ zur Sprache kommt.
Weit verbreitet, aber doch tabu
Ist es nicht absurd, dass an dieser sogenannten Volkskrankheit etwa 15 bis 20 Prozent der deutschen Bevölkerung im Laufe ihres Lebens erkranken, die Krankheit aber gleichzeitig tabuisiert wird? Für Enke schien es offensichtlich undenkbar, sich mit der Diagnose an die Öffentlichkeit zu wagen: In seinem Abschiedsbrief entschuldigt er sich bei Angehörigen und Ärzten dafür, sie über seinen wahren Zustand getäuscht zu haben.
Dürfen Christen Schwäche zeigen?
Wie sieht es mit dem Thema eigentlich bei uns Christen aus? Trauen wir uns, Schwäche zu zeigen? Dürfen wir zugeben, dass wir etwas nicht schaffen? Dass auch uns manchmal elend ist? Oder vertrauen wir Gott dann nicht mehr? Glauben wir dann nicht richtig? Was ist mit Medikamenten – darf man deren Wirkung in Anspruch nehmen, wenn es hart auf hart kommt?
Trist, traurig, leer
Auch wenn das krass klingt: Ich kann das, was Robert Enke getan hat, sehr gut nachvollziehen. Manchen Christen mag das befremden, aber in den letzten fünf Jahren habe ich selbst zeitweise unter so starken Depressionen gelitten, dass mir Selbstmord oft die einzig plausible Lösung zu sein schien. Ich kenne das Gefühl der bodenlosen Hoffnungslosigkeit, das einen dann ergreift und durch nichts und niemanden vertrieben werden kann. Das Leben erscheint trist und unendlich traurig, und oft hinterlassen gerade die Dinge, die einem sonst viel Spaß machen, eine tiefe Leere. Oft habe ich in solchen Phasen gedacht: „Wenn ich mich doch eh schon wie tot fühle, warum soll ich dem Ganzen dann nicht richtig ein Ende setzen?“
Es hat mir nicht geholfen, wenn – sicher wohlmeinende – Christen mir geraten haben, doch mehr zu beten. Oder mich einfach auf Gott zu verlassen. Oder das Gute zu sehen, denn so schlimm sei doch alles gar nicht.
Hilfe für Betroffene
und deren Angehörige:
kompetenznetz-depression.de
(mit Selbsttest)
Ich sage nicht, dass Gott nicht auch in solchen Situationen bei uns ist, uns helfen will und mit uns leidet. Was mich aber in der Zeit sehr schockiert hat, war das fehlende Bewusstsein mancher Christen dafür, dass die Depression eine ernstzunehmende Krankheit ist, die in den meisten Fällen professionelle Behandlung erfordert – und nicht unbedingt ein geistliches Problem ist, sondern z.B. organische Ursachen haben kann.
Gott, Medikamente und Menschen
Es sind mehrere Dinge, die mir dabei geholfen haben, schlussendlich doch aus diesem dunklen, tiefen Loch herauszukommen: Ganz sicher war es Gottes Hilfe und Gnade. Sicher waren es auch die Antidepressiva, die mich stabilisiert und mir so dabei geholfen haben, mich gewissen Erinnerungen und Ängsten überhaupt stellen zu können. Und ganz sicher waren es auch die Menschen, denen ich mich schonungslos ehrlich anvertrauen konnte, und die die dunkelsten Momente mit mir zusammen durchgestanden haben.
Dass Robert Enke diese Möglichkeiten offenbar nicht nutzen wollte oder konnte, finde ich zutiefst tragisch. Und zeigt mir einmal mehr, dass Depressionen nicht länger ein Tabuthema bleiben dürfen.
(Foto: pdufour, sxc.hu)
Leserbrief zu diesem Beitrag
- Von Uwe Rueß am 22.11.2009, 1:58 Uhr.
- Ich melde mich mal wieder bei Euch und möchte damit beginnen das Jesus uns Leben in Fülle versprochen hat. Ich selbst bin seit fast 30 Jahren im Vertrieb tätig und habe viele schwierige Situationen gemeistert- auch einen Konkurs. Meine Erfahrung ist das durch Gebet und absolutes Vertrauen zu unserem heiligen Herrn Jesus es immer einen Ausweg gibt. Da wir Gottes Kinder sind und in seinem heiligen Tempel wohnen dürfen wird seine Heilungs und Vergebungskraft auch heute noch stärker sein als jedes Medikament. Häufig kommen Menschen zu meinem Gebetsteam in meiner Power Gemeinde in Karlsruhe mit Depressionen. Durch die Kraft des Gebets mit der Zusage aus Markus 11, Vers 24 können die Menschen geheilt werden. Ich preise Dich Jesus das Du ein lebendiger und liebender Gott bist, ich liebe Dich mein ganzes Leben Uwe
- Von Karin Edelmann am 21.11.2009, 10:42 Uhr.
- Diesen Bericht finde ich sehr gut. Denn auch Christen können und dürfen depressiv sein. Nur: GOTT kann Christen gesund machen.
- Von Gottfried Pendl am 20.11.2009, 19:13 Uhr.
- Die Krankheit "Depression" ist für viele ein Tabuthema und das auch bei Christen die aber ein Vorbild sein sollten.Ich kenne ein Christliches Ehepaar das mich schon über 23 Jhare mit der Bibel aufmuntern,und zu mir kamen,als sich der Rest der Welt (Verwandtschaft und Freunde) verabschiedeten.Dem Christlichem Ehepaar J. und M. Stockmaier verdanke ich das ich noch am Leben bin,denn die haben mir stets aus dem Tief mit Biblischen Zitatten Kraft gegeben.Auch ich kann jetzt sagen,wenn sich Depressive allein fühlen sollten sie immer daran denken das sie nie alleine sind,denn GOTT verlässt uns nicht. In den Psalmen sagt er zu uns:"Wenn Vater und Mutter euch verlassen,aber ich verlasse dich(euch) nicht!" (Psalm 27:10 )Und in Jesja sagt Gott wieder zu uns:"Kann den eine Mutter ihres Kindlein vergessen,das sie sich nicht erbarme über Kind ihre Leibes?Und ob sie seiner vergäße,so will ich dich nicht vergessen!" (Jesaja 49:15)Gott sagt uns auch:"In meinen Händen stehst du geschrieben,du gehörst mir,und verlasse dich nicht,und ich sehe auf den Elenden und auf den der Zerbrochenes Herzens ist,und ich will euch trösten wie eine Mutter seine Kinder tröstet!" Alles nach zu lesen in dem Buch "Jesja".Also Depressive erhebt eure Häupter den Himmel entgegen,woher wir unsere Hilfe erwarten,und Gott sagt uns:"Während sie rufen(beten) werde ich ihnen schon antworten!" Und freut euch,denn JESUS kommt bald und dann haben Leid,Schmerz,Krankheit und der Tod eine Ende,denn dann macht GOTT alles NEU!!!! GOTT sei DANK!!!!!!!!Mit Echten Christen ist man nie ALLEINE!!!
- Von Uwe Nowak am 19.11.2009, 8:39 Uhr.
- Ja, ich kann das nachvollziehen. Meine Frau und ich lebten einmal in einer Wohnung, in der die böse Seele einer alten Frau verblieb - die Frau war schon lange tot. Ich wurde von dem bösen angegriffen und es konnte in mich eindringen. Ich veränderte mich. Ich wurde auch bösartig. Griff meine Frau an. Unser Kaninchen wurde mir gegenüber bissig und knurrte mich an. Ich wurde rastlos, ruhelos. Ich trank 5-7 Flaschen Bier pro Tag. Ich sah die Silhouette des Bösen. Das Böse wollte, dass ich meine Frau töte. Ich ging wie fremdgesteuert an die Küchenschublade und ergriff ein Messer. ...
Und genau da bäumte ich mich auf und kämpfte dagegen an. Meine Hand löste sich von dem Messer. Ich schaffte es, die Schublade wieder zu schließen und rief nach Gott. Ich stampfte und weinte. Ich lief an einen Spiegel um dem Bösen in die Augen zu sehen. Dann schwörte ich - ich mache dich fertig, wer immer du auch bist. "Zurück in die Schattenwelt du Ausgeburt des Bösen!" Ich ergriff ein Kreuz und nahm eine Bibel zur Hand. Ich betete. Ich rief Gott an, seinen Sohn Jesus Christus, ich rief Cheruben zu Hilfe und alle Schutzheiligen, die mir gerade in meiner Not einfielen. In mir begann ein Kampf. Mein Körper fühlte sich an, wie zu schnell aus der Tiefsee aufgetaucht. Ich konnte kaum noch meine Hände schließen, alles tat weh. "Fahr hinaus aus diesem Körper!", rief ich. Ich stöhnte mehrmals laut auf, dann war der Spuk vorbei. Natürlich dauerte es Tage, Wochen, bis ich mich von dieser Kraftanstrengung erholte. ...
Was ich damit sagen will. - Ich habe es geschafft. Mit Gottes Hilfe habe ich es geschafft.
Ich glaube kaum, dass Robert Enke wollte, dass er auf das Gleis ging. Er wurde fremdgesteuert, dass war nicht mehr Robert Enke.
Herzlichst
Uwe
P.S. Eines ist mir seit dem dennoch geblieben. Ich bin unglaublich Sensibel geworden. Ich kann Dinge sehen, die gewöhnliche Menschen nicht sehen können. - Von stefa ollig am 19.11.2009, 8:02 Uhr.
- halo ich bin 23 und komme aus der nähe karlsruhe solche sachen kenne ich sher gut.meine mutter ist gestroben als ich 10 war an alkohol.dann war ich im heim und in der kinderpsychatrie,weil ich angeblich ein gestörtes kind war.dann flog ich raus zu hause und musste auf der strasse leben dann fingen drogen an einbrüche diebstahl....jetzt bin ich seit 6 6 Jahren frei von drogen jesus sei dank.doch ich leide seit der zeit unter starken depressionen und ängsten.ärtze meinten ADHS, mutiple persönlichkeitsstörung,...und gegen depression haben die mir einfach ein medikament gegeben das alles noch schlimmer machte.gut ich muss dazu sagen das ich vor 2 jahren einen motorradunfall hatte und 7 operationen und seit der zeit arbeitlos bin.....aber ich denke das jesus mich auch davon frei setzen kann wenn der tag gekommen ist. liebe grüße stefan
- Von Gottfried Pendl am 18.11.2009, 23:39 Uhr.
- Auch Christen bleiben nicht von deer Krankheit verschohnt,aber wir können eine sehr große Stütze haben,und das oft von Mitchristen die ebenfalls die Krankheit "DEPRESSION" haben,und die größte Stütze und Kraft bekommt man von GOTT.Denn GOTT sagte ja in der Bibel:"Fürchte dich nicht,ich verlasse dich nicht,mein bist du und in meine Hände habe ich deinen Namen geschrieben,und wenn du auch durchs Feuer und Wasser gehst,wenn Stürme über dich kommen,all dies kann dir nichts Anhaben,denn du bist mein,und sonst niemand gehörst du,ich bin dein GOTT und erschaffer.(nach Jesja 43)Und wir werden wieder neue Kraft bekommen wie ein Junger Adler und empor steigen,durch die Kraft GOTTES,wir werden nicht mehr ermattern noch Müde werden,sonder mit frischem Elan,durchs Leben gehen.(Jesja 40:29-31 und in JESJA 66:13 sagt GOTT zu uns:"Ich will euch trösten,wie einen seine Mutter tröstet!" Aber auf Medizinsche Hilfe sollte man schon zurück greiffen und Medizinsche Behandlung,denn ich habe einmal die Medikamente abgesetzt,und bekam einen Rückfall und konnte mich seither nicht mehr erholen.Aber das schlimmste ist,wenn andere Christen für diese Krankheit kein Verständnis haben ,und genau wie andere Menschen uns als einen Drückeberger und Taugenichts und Staatsschmarozzer hinstellen und das schmerzt dann besonders Arg.Aber wir dürfen nicht aufgeben,und GOTT wird die Spötter einmal richten,denn GOTT sagt:"Mein ist die Rache,ich will (werde)vergelten!" Römer 12:19 u. 3 Mose 19:18).Und zum Schluß denkt immer daran was JESUS sagte:"Seid Gewiss ich bin immer bei Euch,bis zum Ende der Zeiten,und ich komme wieder,um euch zu mir zu holen,damit auch ihr da seid,wo auch ich bin,und seid Gewiss ich verlasse euch(dich) nicht!" Und denkt immer an Offenbarung 21:1-4!!!!!JESUS ist Sieger,auch über unsere Depressionen,er ist der größte Arzt,aber ohne Medikamende gehts auch nicht(Pflanzliche/Natur).Unser Erlöser lebt!! Hiob 19:25!!!!!!!!
- Von Rosemarie Hess am 18.11.2009, 16:54 Uhr.
- Von mir auch noch ein kl. Beitrag:
Zunächst finde ich die Diskussion um
Rob. Enke langsam beschämend. Er hat sich umgebracht u. wird im nachhinein so hofiert, das ist nicht mehr normal und ungut. Was
sollen unsere jungen Menschen denn davon halten? Selbstmord wird gesellschaftsfähig u. man wird richtig berühmt damit.
Die andere Seite ist, dass ich sehr
wohl die deppressiven Gedanken
dieses Mannes nachvollziehen kann. Weil auch ich sehr unter diesen Phasen leide, besonders jetzt in d. dunklen Jahreszeit.
Außerdem hatte ich im vorletzten
Jahr durch 3 große Schicksalschläge keinen Mut mehr.
Meine Wirbelsäulenprobleme waren
so stark, dass ich zeitweise nur noch m. Krüken gehen konnte. So
habe ich dann auch 2 mal ein Ge-
spräch mit einer Psychologin gehabt, die mir sehr geholfen hat
und wo ich auch Medikamente er-
halten habe, die ich nach 8 wochen selber abgesetzt habe.
Letztendlich haben Menschen für
mich gebetet. Vor meinem Mann
habe ich meistens die Tränen ver-
borgen.
Letztendlich habe ich aber auch
durch Gebet und durch die Fernsehgottesdienste viel viel
Kraft u. Hoffnung bekommen und
dadurch ermutigt angefangen, mein Verhältnis zu Jesus zu über-
prüfen u. gesehen, dass man lang-
sam buchstabieren sollte, dass unser Herr wirklich helfen will u. kann. Meine Probleme sind nur teilweise weniger geworden. Ein
ganz ganz existenzielles steht
noch an und es ist für mich keine
Lösung zu sehen, die mich beruhigt, aber dennoch habe ich
gelernt, dass durch zuviel: hätte,
wenn und aber und früher war es
anders...., nichts aber auch gar
nichts besser wird. Man kommt in
eine Mühle, die nicht aufhört. Und
wenn ich merke, dass es bei mir
wieder ganz dicht dran ist, nehme
ich dankbar Medikament in Anspruch. Naturheilmittel können
auch auf lange Sicht viel helfen.
Medikamente, wohltuende Musik,
alles was nach unten zieht mögl.
aus d. Wege gehend und im Gebet
mit dem Herrn bleiben kann mir dann helfen. Auch ganz wichtig
ist der Austausch mit verständnis-
vollen Menschen die mich im Ge-
bet tragen u. mich betreuen.
Ich wünschte mir in unseren ev.
Kreisen viel mehr Verständnis und
Hilfe für dieses große Problem.
Gibt es eine Anlaufstelle hierfür?
Lieben Gruß Rosemarie - Von Thomas Mauer am 16.11.2009, 19:42 Uhr.
- ich kann mich gut in Robert Enke hineinversetzten. ich leide schon seit 30 jahren an Depressionen , Therapie , Klinikaufenthalte und Suizidversuchen . alles schon hinter mir. wie gesagt außen lebend, innen tot.
Im Moment geht es mir besser, aber auch nicht gut .
depressionen können nur die leute verstehen, die auch eine haben ,andere menschen können es schwer verstehen.
Ich kann Robert Enke sehr gut verstehen, weil wir in einer Welt leben wo es nicht mehr menschlich zugeht , und man nur noch funktionieren muss.
Ich bin auch noch nicht über dem berg !!!!!!!!
Liebe Grüße
Thomas - Von Konrad Bollmann am 16.11.2009, 17:05 Uhr.
- Ich leide nicht an Depressionen, jedoch an Schizophrenie. Das ist vielleicht sogar noch schlimmer. Zum Glück liegt es schon länger zurück, als ich wieder mal in der Krise steckte.
Aber, die Medizin ist bei mir unbedingt notwendig! Ohne Medizin kann ich nicht leben. Ein Freund sagte, wir dürfen auch für die Medizin dankbar sein, dass es überhaupt so eine "Lösung" gibt.
Daneben habe ich 30 Jahre lang geraucht. Erst jetzt bin ich davon frei geworden u. ich meine, das hing auch mit meiner Krankheit zusammen.
Ich tröste mich immer "an Paulus", der eine ähnliche Krankheit hatte, aber keine Heilung, obwohl er ernstlich darum gebeten hatte. Vielmehr sprach GOTT zu ihm: "Laß Dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in d. Schwachen mächtig!"
Das Depremierendste an dieser Krankheit ist, daß ich in der Krisen-Situation nur schwarz sehe:
ich kann nicht glauben,
ich kann nicht beten,
ich bin völlig hilflos!
In so einer Situation fiel mir JESU Schrei am Kreuz ein:
"Mein GOTT! Warum hast DU mich verlassen?"
Ich denke, das ist die Krankheit, unter der die Besessenen zu JESU Zeiten litten.
Aus der Krise heraus hilft mir ausschließlich nur die Medizin. Man merkt mir meine Krankheit nicht an, ich kann mich völlig vernünftig verhalten.
Meine Frau hatte mir auch immer nicht gestattet, wenn ich über dieses Thema sprechen wollte.
( Außerdem war ich ein sehr empfindlicher Typ, dem immer leicht die Tränen kamen - meine Frau hat mir sozusagen das Weinen "abgewöhnt!" )
Heute spreche ich ganz aufrichtig auch über meine Krankheit, genauso, wie es für verschiedene Christen viel Mut bedeutete, Zeugnis abzulegen, wo Paulus doch schreibt:
"Ich schäme mich des Evangeliums nicht!"
So schäme ich mich auch meiner Krankheit nicht mehr! Ich bekomme sogar Invaliden-Rente, wo ich sowieso arbeitslos bin, kann aber ohne Weiteres neben der Rente auch arbeiten. Der Gesundheit wegen fehlt mir sehr eine feste Anstellung. Schon fast 2 Jahre helfe ich hier im Haushalt oder sitze vor'm Computer oder mache Lektoren-Dienst. Die Invaliden-Rente kommt aber ausschließlich der ganzen Familie zugute. Ich darf selber kein Geld bei mir haben, einfach lächerlich!
Ich bin GOTT dankbar, dass ich
5 gesunde Kinder, schon bald alle im Erwachsenenalter, habe.
Meine Frau nimmt auf meine Krankheit bzw. meine Leidenschaften keine Rücksicht!
Hauptsache, dass sich die Kinder gesund entwickeln! - Von Katharina am 16.11.2009, 16:54 Uhr.
- vielen Dank für den Artikel und die Beiträge - ich kann nur zustimmen.
Depressionen, Burnout,... warum nur ist es bei physischen Krankheiten erlaubt einen Arzt aufzusuchen, aber bei psychischen nicht?
"Gott ist in den Schwachen mächtig" - gerade wir Christen dürfen doch schwach sein. Gerade wir sollten doch ehrlich und offen zu sein können - warum nur fällt uns das so schwer?
vielleicht sollten wir damit auch in "Kleinigkeiten" anfangen - Hoffnungen, Wünsche, Ängste, Sorgen, ... - offen und ehrlich sein, ich denke und hoffe =) das kann man lernen
Liebe Grüße - Von Lothar Lemke am 16.11.2009, 16:15 Uhr.
- Ich habe die Erfahrung gemacht,
dass es auch in einer christlichen
Gemeinde nicht selbstverständlich ist, Verständnis als psychisch Kranker zu erhalten. - Von Dorothee K am 16.11.2009, 13:15 Uhr.
- Liebe Ilona, danke für deine offenen Worte. Als momentan Betroffene kann ich deinen Gedanken nur zustimmen.
Liebe Karin, ich habe vor 5 Jahren schon mal eine Depression gehabt, und damals, ählich wie heute hat sich keiner aus der Gemeinde mal bei mir gemeldet. Das tut einfach unendlich weh, auch wenn man die Erklärungen weiß, dass man dann vielleicht mit seinen eigenen Ängsten konfrontiert wird. Dennoch bräuchte ich genau die Hilfe und den Beistand meiner Geschwister im Herrn. Und genau die habe ich und tue es wieder schmerzluch vermisst. Es ist wohl den meisten Christen nicht vorstellbar, was das für eine Kraftanstrengung ist, sich eben aus Liebe zu den Geschwistern sich nicht das Leben zu nehmen sondern auszuhalten, was Gott einem zumutet, ja was Gott einfach zulässt. Das sagen wir immer nur bei körperlichen Krankheiten, aber ich bin inzwischen überzeugt, dass das auch für die seelischen gilt. Nur "sieht" man diese Schmerzen ja nicht so.
Dennoch ist meine Erfahrung, dass Gott dabei ist, auch wenn ich diese schrecklichen Gedanken habe, ich möchte einfach nicht mehr leben. Gott ist dabei und hilft auch mir immer wieder auf.
Liebe Grüße und von Herzen Gottes Segen. - Von Gisela Schlesiger am 16.11.2009, 13:12 Uhr.
- Sehr geehrte Frau Mahel,
ich bin Krankenschwester und leide selbst unter wiederkehrenden Depressionen, die eine lebenslange Medikamenteneinnahme zur Folge hat. Es ist bekannt, dass Depressionen mit dem Gehirnstoffwechsel zusammenhängen können. Wir brauchen bestimmte Bodenstoffe für unser Gehirn damit es funktioniert. Bei manchen Menschen ist diese Bodenstoffbildung aus irgendwelchen Gründen nur mäßig ausgebildet, so dass man durch Medikamente eingreifen muss.
Da sie hier Christen ansprechen, die noch unaufgeklärt sind, muss ich dazu erwähnen, dass es auch zu viel medizinisches Personal gibt, die genau so wenig damit umgehen können. Ich habe da während meiner Berufszeit und meiner eigenen Erkrankung viel Erschütterndes erlebt, was mich geprägt hat.
Mein Verständnis als Krankenschwester ist, dass man nur die richtige Hilfe bekommt, wenn man über seine Probleme offen spricht. Ich habe es sehr oft erlebt, dass man von vielen Ärzten sofort in eine Schublade gesteckt wird, wenn man zugibt, dass man einmal an einer Depression erkrankt war. Es ist ein Manko und man wird nicht mehr ernst genommen. Ich vermeide es jetzt, es freiwillig zu erwähnen, dass ich Depressionen habe.
Und so kann ich Robert Enke auch sehr gut verstehen. Wie einsam und verzweifelt muss er in seinen letzten Stunden gewesen sein.
Die klugen Kommentare jetzt hinterher finde ich teilweise unaufrichtig und machen mich zornig. So wie Robert Enke werden doch 2/3 der Menschen in unserer Leistungsgesellschaft in die Enge getrieben.
Entweder man funktioniert oder man ist draußen.
Beten mag dem einzelnen Betroffenen im Moment seiner Depression nicht helfen, aber wir, die wir schon einmal unter einer Depression gelitten haben, können dafür beten, dass Robert Enkes Freitod und die Diskussion darum, etwas Gutes bewirken, damit er nicht sinnlos war.
Mit freundlichen Grüßen Gisela - Von Dorothee am 16.11.2009, 11:14 Uhr.
- Sehr geehrte Frau Mahel,
Ich freue mich mit Ihnen, dass Sie den Weg aus der Depression herausgefunden haben. Und ich finde Ihr Nachvollziehen können von Suizidgedanken und sogar deren Umsetzung gar nicht so krass. Die Tatsache, dass Menschen diesen Schritt tatsächlich tun ohne Hilfe bekommen zu haben oder es nicht sehen konnten, wie sie Hilfe bekommen können, ist krass, finde ich. Gerade weil wir Christen mit psychischen Krankheiten schlechter bis gar nicht umgehen können (sie sind ja auch schwer auszuhalten) als mit physischen Krankheiten, verstärken wir die Hoffnungslosigkeit ungewollt. Wir diagnostizieren ein geistliches Problem, obwohl die Seele den Weg nicht finden kann, um zur Freiheit in Christus zu finden oder wir sind einfach hilflos. Manche Menschen müssen mit ihrer depressiven Veranlagung ihr Leben leben lernen wie andere mit Diabethes. Die letzteren erleben Anteilnahme und Annahme, die Depressiven werden labil und schwach erlebt, dabei kämpfen sie oft wie die Löwen, gerade auch im Glauben. Ich habe erst mit 40 Jahren erlebt, wie schön es sein kann, morgens ohne ein dunkles Gefühl aufzuwachen und es war harte Arbeit, diese dunkle Decke, welche ich, soweit ich mich zurück erinnern kann über mir schweben fühlte, abgelegen konnte. Und natürlich war Gott immer dabei, doch es war nicht so, dass sich durch meine Gebete alles von alleine entwickelte. Und so habe ich tiefstes Mitgefühl für auch für die Menschen, welche es nicht schaffen und möchte ein Urteil Gott überlassen, der jedes Herz genau kennt und die Geschichte eines jeden Menschen. Aber mir ist auch noch mal ganz besonders bewusst geworden durch die Lebensgeschichte von Familie Enke, wie wichtig es ist, sich selbst zu outen, entmutigte Menschen zu ermutigen und zu beten, dass gerade wir Christen uns von Jesus zeigen lassen, wo und wie Hilfe geht. Und dass wir leben, dass wenn die Seele nicht mehr weiter weiß, kein Mensch wertloser oder ungeistlicher wird. Wir haben seit dem Sündenfall alle unsere Psychosen und Neurosen, ob wir sie sehen wollen oder nicht. Und wenn sich ein Mensch an die schwere Arbeit der Aufdeckung macht, zeigt sich in ihm riesiger Mut, den er irgendwann als Ermutiger weiter geben kann. Ich habe auch großes Verständnis für diejenigen, denen es nicht möglich ist, hoffnungslose Menschen auszuhalten, weil sie sich selbst oft schlecht dabei fühlen und überfordert sind, wie auch ich mit mancher Lebenssituation überfordert bin. Wir können nicht immer "das Richtige" tun. Doch wir können das ausgesprochene und unausgesprochene Urteilen und Bewerten immer mehr und immer wieder verlernen lernen. Wir brauche alle Gottes Gnade, Seine Wahrheit und auch die Zeit ist von Ihm.
Herzliche Grüße und Gott segne Sie.
Dorothee - Von Christa Fischer am 16.11.2009, 9:02 Uhr.
- Liebe Ilona,
danke für Ihren Bericht.
Es hat mich sehr erschüttert, wie manche Menschen (sogenannte "Christen"9) einem wirklich "aufbauen" können.
Ich habe es vor Jahren am eigenen Leib erfahren, wie es ist, wenn man abgestempelt wird.
Aber Gott sei Dank habe ich echte wahre Freunde - also richtige Engel - die mir zur Seite stehen und mir zugehört und mich auch fest in die Arme genommen haben und miteinander geweint.
Es ist Gottes Segen, solche liebe Menschen an seiner Seite zu haben.
Gott segne Sie!
Christa - Von Andreas Barkow am 16.11.2009, 8:04 Uhr.
- Liebe Ilona,danke für deine klaren und offenen Zeilen.Es ist bitter notwendig,daß jeder mit diesem Krankheitsbild offen umgeht.
Es ist eine anerkannte schwerwiegende Krankheit mit einer hohen Suicidgefahr.
Ich bewundere Frau Enke,daß sie so offen damit umgegangen ist und an der Pressekonferenz teilgenommen hat.
Wenn die Menschen keinen Antrieb mehr haben und Freude am Leben,kommen vielfach auch solche Sprüche"Reiß dich mal zusammen".So etwas entsetzt mich.
Jeder der betroffen ist oder die AAngehörigen und Freunde oder ddie Gemeinden sollten die Notfalladressen kennen,wo man sich Hilffe holen kann:
Telefonseelsorge,Seelsorger,aufnehmende psychiatrische Kliniken der Landkreise und Städte,etc.
Lasst bei depressivven und/oder suicidalen die Angehörigen und Freunde nicht allein,denn sie brauchen auch Hilfe und Betreuung.
Hintergrund dieser Zeilen sind 16 Jahre psychiatrischhe Erfahrung als Krankenpfleger.
Gruß Andreas - Von ulrike christmann am 16.11.2009, 7:19 Uhr.
- herzlichen dank für deine offenen worte liebe ilona..........leider sind depressionen immer noch ein tabuthema in unserer gesellschaft.......vielleicht wird jetzt manch einer doc h mal aufgerüttelt und hat mehr verständnis für menschen, die an depressionen leiden........
- Von Ruth am 14.11.2009, 19:47 Uhr.
- Viele Jahre litt ich, von Ärzten nicht ernstgenommen an schwerer Depression. Nach langer Behandlung stationär und ambulant-10 Jahre
geht es mir besser aber nicht gut. Als bekennende Christin und Mitarbeiterin in der Gemeindearbeit kann ich mich nicht outen. Ein Christ geht nicht zum Psychater sondern bringt alles im Gebet vor Gott, das tue ich auch aber in tiefster Depression kann man nicht mal beten. Es ist traurig das dieses Thema immer noch so stigmatisiert wird, dabei könnte Offenheit wie ich sie in der "Kur" kennengelernt habe, nur hilfreich sein. Hofft bitte nicht auf Verständnis von Menschen die sich als" Normal" bezeichnen. Gott befohlen allen die Leiden - Von PaulG. am 14.11.2009, 17:53 Uhr.
- An Karin:
"was mich aber tief enttäuscht: KEINER aus unserer Gemeinde besucht oder interessiert sich für mein Ergehen! Als ob alle Freunde, nur die meines Mannes waren."
Ich kann Deine Enttäuschung sehr gut nachvollziehen. Ich glaube aber nicht, dass dies daran liegt, dass Eure Freunde nur die Freunde Deines Mannes waren. Nein, ich glaube, es ist einerseits zum größten Teil Hilflosigkeit – was soll man jemandem sagen, der keinen Mut, keine Hoffnung mehr hat, der alles nur in dunklen Farben sieht und den man mit gut gemeinten Worten nicht erreicht? Zum anderen muß man sich, wenn man den Kranken besucht, damit auseinandersetzen, dass man selbst auch nicht gefeit ist gegen körperliche oder gar psychische Erkrankungen. Davor hat man Angst und sorgt darum für inneren Abstand.
Piet Kuiper schreibt in seinem schon genannten Buch „Seelenfinsternis“: „Man würde nicht weglaufen und den leidenden Freund , das kranke Familienmitglied im Stich lassen, wenn man den Mut hätte, die eigene Angst zu erleben.“
Deshalb an dieser Stelle ein Apell: Haben wir den Mut, die eigene Angst zu erleben und lassen wir den Kranken nicht allein. Ein Anruf, eine Karte oder ein kurzer Briefgruß zeigen dem Kranken oft schon : „Du bist nicht alleine. Wir denken an Dich.“
Gerade Menschen,die an Depressionen leiden, sehnen sich nach Zuwendung. Denn sie fühlen sich verlassen, einsam und ausgeschlossen. Gerade darum brauchen sie es, dass man sich um sie kümmert, Anteil an ihrem Leiden nimmt. - Von Mike Schade am 14.11.2009, 1:03 Uhr.
- Bin beeindruckt über eine so große Resonanz an Leserbeiträgen zu diesem Thema.
Mich bewegt der Tod von Robert Enke und seiner Familie ebenfalls sehr. Zudem auch das Schicksal des Lokführers den man dabei nicht aus dem Blick verlieren sollte, weil er nicht prominent ist und trotzdem auch von diesem traurigen Ereignis direkt mit betroffen ist.
Aus eigener Erfahrung könnte ich etwas über dieses Thema schreiben. Aber ich muss - so glaube ich - dies gar nicht tun. Allein die Antworten auf diesen Beitrag sprechen für sich Bände. :)
Bleibt mir eigentlich nur noch zu wünschen übrig, daß in Zukunft (und ich denke, daß es sich durchaus noch in vielen Köpfen so verhält) nicht so sehr entscheidend sein möge WER eine Depression hat sondern OB jemand unter dieser leidet. Es kommt noch allzuoft vor, daß Depressionen als schlechte Launen (die das Klima in der Gemeinde (so voller Traurigkeit statt Fröhlichkeit (schliesslich haben wir gelernt, daß Gott den fröhlichen Geber lieb hat usw...) und das muss ja Sünde sein) stören - "und das kann ja nicht im Sinne von Gemeinschaft vor Gott sein" /ironie) missinterpretiert und somit auch durchaus unterschätzt oder nicht adäquat eingeschätzt werden. Aber das ist dann wieder ein anderes Tabuthema. - Von Elke am 13.11.2009, 15:33 Uhr.
- Danke liebe Ilona, für deine Offenheit und Mut, das tut gut. Ich halte es auch für notwendig, hier Fachhilfe anzunehmen und zu suchen.
Und am Beispiel Elia sieht man auch, dass Gott nie seine Hand unter uns wegnimmt - Von Heike Stetter am 13.11.2009, 13:45 Uhr.
- Ich kann gut nachvollziehen, dass sich Robert Emke nicht traute offen zu seinen Depressionen zu stehen.
Leider stempelt man heute noch Depressionen als Makel am Menschen ab, weniger als Erkrankung. Ich bin Krankenschwester und habe seit meiner Teenagerzeit immer wieder mal Depressionen.
Schon in der Ausbildung wurden psychisch Kranke abgewertet, als niedere Kategorie Mensch vom Arzt präsentiert, wo viel Abneigung sprürbar wurde. Neurologische Erkrankungen dagegen fanden wertneutrale Beschreibung.
Kein Wunder sage ich, dass wir bei jeder Übergabe, wo ein Patient unter den Neben-Diagnosen Depressionen stehen hat, die Stimme der anderen mit aha, noch so einer in eine Schublade gesteckt wird. Schwache, minderwertige Leute, kein Selbstwertgefühl, kommen mit Leben nicht zurecht...
Seit bekannt ist, dass ich auch dazu gehöre, werde ich sändig beobachtet, in diesem Jahr sammelte man dann selbst kleine Fehler, über einen Zeitraum von einem halben Jahr, was ich empfand als wolle man mich mürbe machen.... andere dürfen Fehler machen und auch ich mache ständig auf Kleinigkeiten aufmerksam, damit die Dokumentation lückenlos ist und stimmt. Aber Menschen mit Depressionen steht man nicht normales Menschsein zu - am Liebsten werden sie ausgegrenzt und abgeschoben. Dabei wird jeder Mensch, der unter Druck gesetzt wird, ständig unter Stress gehalten wird noch eher Fehler machen. Aber es ist schockierend, dass gerade depressive Menschen eher Opfer von Machtmissbrauch werden.
Auch in manchen Gemeinden geht man so unfäir und bei psychisch Kranken menschenverachtend vor, dass Jesus darüber sehr traurig sein muss. Aber wenn ich da mit praktischen Beispielen die mir bekannt sind anfangen würde, würde der Beitrag zu lang werden.
Es wird Zeit, dass man mehr Informationen gibt, was Depressionen betrifft und wie man Menschen damit helfen kann.
Gruß Heike - Von Dirk Kallmeier am 13.11.2009, 12:21 Uhr.
- Nicht umsonst wird Depression auch als Krebsgeschwür des 20.Jh genannt. Für Robert Enke war es sicherlich der einzig richtige Weg aus seiner Sicht. Für die Umstehenden ist es oft "nicht nachvollziehbar". Depression wirkt wie Trauer auf einen Menschen. Das Gefühl ist manchmal sehr treffend damit beschrieben, einen nahen Angehörigen verloren zu haben. Eine schwere Decke verhüllt die Seele. Leider hilft da kein "gutes Zureden" sondern (neben Medikamenten) Zuhören und Verständnis gepaart mit viel Liebe für den Betroffenden. Aber wir dürfen wissen - unser Vater im Himmel sieht die Not jedes seiner Kinder - egal wie schlimm sie ist.
- Von Frank Helmut Helfer am 13.11.2009, 9:58 Uhr.
- habe es vor 4 Jahren auch probiert,Erst dann lernte ich Gott kennen,Trotzdem wünsche ich mir täglich,das er mich zu sich ruft.Ich bin gesund u habe keine finanzielle.Not.Ich schäme mich so sehr für meine Feigheit
- Von KArin Sexauer am 13.11.2009, 9:40 Uhr.
- Seit dem Tod meines Mannes, an seinem 57. Geb. geht es mir genauso, wie sie es beschreiben. Bekomme schon Medis, was mich aber tief enttäuscht: KEINER aus unserer Gemeinde besucht oder interessiert sich für mein Ergehen! Als ob alle Freunde, nur die meines Mannes waren. Wer will mir einen Gruß senden, mir beistehen? Danke für den Beitrag!!! Eure Schwester im Herrn Karin
- Von Rosi am 13.11.2009, 8:25 Uhr.
- Liebe Ilona, Mit deinem Schreiben sprichst Du mir aus der Seele, denn ich erfahre es gerade auch so. Nur ich habe keinen Menschen mit dem ich darüber reden kann.
Gott schütze und segne Dich
Rosi - Von Jürgen am 13.11.2009, 8:20 Uhr.
- Eine Depression kann verschiedene Ursachen haben, genauso, wie es verschiedene Depressionsformen gibt, deren Verläufe sich auch unterscheiden. Doch eines ist bei allen Betroffenen gemeinsam: Sie brauchen Verständnis und Getragensein, jemand, der sie durch dieses dunkle Tal begleitet, jemand, der selbst fest (im Glauben) steht. Wenn ein Depressiver zusätzlich unter Leistungsdruck gerät und evtl. auch im privaten Bereich Verständnislosigkeit erfährt, dann ist der Weg zu einer Panikreaktion nicht mehr weit. Bei reaktiv Depressiven ist vor allem die Phase des Ansteigens, wie des Abklingens der Depression, von erhöhtem Suizidrisiko umgeben.
Das christliche Autorenehepaar Michiaki und Hildegard Horie hat viele interessante Bücher zu diesem Thema verfasst, die auch Hintergründe und Hilfen praxisnah aufzeigen. - Von andreasm am 13.11.2009, 7:56 Uhr.
- hallo ilona,
vielen dank für deine offenen und ehrlichen zeilen. das finde ich tapfer und gut!
und ja, wir christen sollten auch zu schwächen, ängsten und begrenzungen stehen und nicht immer alles rosarot darstellen wollen. das hilft anderen nicht wirklich ein authentisches leben zu führen und uns auch nicht.
viele menschen in der bibel (psalmen) standen zu ihren ängsten und dunklen stunden - und haben, oft später, dann gottes durchhilfe erfahren.
nein, keine billigen vertröstungen sondern echte begleitung uns anteilnahme helfen da weiter, so wie du es geschrieben hast.
ich wünsche dir weiterhin viele freudige und helle stunden und grüsse dich ganz herzlich,
andreasm - Von Ruth am 13.11.2009, 5:49 Uhr.
- Danke für Ihre offenen Worte hier...sehr gut ge- und beschrieben..wir Christen sollten uns gegenseitig sehr einfühlsam begegnen in diesem Thema..aber es kann sehr schwer sein, dieses durchhalten auf einer laengeren Wegstrecke...
- Von Marit O. am 13.11.2009, 3:16 Uhr.
- Amen - kann man da nur sagen....
Gott sagt in seinem Wort:
"Ich bin der Weg, die Wahrheit & das Leben."
Sich mit einer Krankheit konstruktiv auf den Weg zu machen, um langfristig Heilung bzw. ein erträgliches Maß erreichen zu können, setzt voraus, daß man zu aller erst die Fakten benennt, wie sie sind: sich
wahr, ehrlich & authentisch zu seinen Grenzen bekennt.
Die Gemeinschaft ehrlich mitfühlender Glaubensgeschwister bietet für ein solches demütiges Anerkennen & Benennen von persönl. Grenzen einen konstruktiven & barmherzigen Rahmen.
Gott nimmt JEDEN in seiner Beschaffenheit an - lebe ich entsprechend seinem Wort, kann mich die Gewissheit, daß ich von Gott geliebt bin, dazu befreien, wahr anzuerkennen, was ist - DANN kann ein Prozeß beginnen, der die Überschrift "Und die Wahrheit wird euch FREI machen" wahrlich verdient....
Und Gott ist immer anwesend bei diesem Prozeß - sofern man ihn dazu einlädt.
ER ist mitfühlend & möchte uns unsere Lasten tragen helfen (s. z..B: 5.Mose 2,7 ). Seine Zusagen sind verlässlich & machen Mut, mit IHM an unserer Seite die Taldurchschreitungen anzugehen (s. Psalm 23.)
Lasst uns mutig auch die schweren Lebensabschnitte angehen - und mit Bitten & Flehen für einander vor Gott im Gebet eintreten.
Er hat eine gute Perspektive für uns - unabhängig von unseren wechselhaften Gemütslagen. - Von Babette Buchner am 13.11.2009, 1:27 Uhr.
- Danke, das ist ein sehr offener, hilfreicher Bericht.
Liebe Grüße babette


