"Mein Leben ohne Gott glich einer Lüge."
Die Ehe von Natalia und Stanislaw steht vor dem Aus. Eine Radiosendung wird zum Wendepunkt - und verändert das Leben der beiden grundlegend.
Die Ehe von Natalia K. steht vor dem Aus. Eine Radiosendung wird jedoch zum Wendepunkt – und verändert das Leben der beiden grundlegend.
Die Bilder vom 11. September 2001 standen mir noch ganz frisch vor Augen: Von den Flugzeugen getroffen stürzen die New Yorker Zwillingstürme ein wie Kartenhäuser. So ähnlich und etwa zur gleichen Zeit fiel meine Ehe in sich zusammen. Mein Mann Stanislav und ich hatten uns nach zwölf 12 Jahren entfremdet. Als Afghanistanveteran war er völlig verhärtet, erkaltet und streng geworden. Wir fanden keinen Zugang mehr zueinander. Ich wollte nur noch, dass er geht - und hatte gleichzeitig unheimliche Angst davor, dass er es tun würde. Als nach einem heftigen Streit die Tür hinter ihm laut ins Schloss fiel, wurde meine bisherige Welt begraben.
Ich war fassungslos
Draußen war einer der kältesten Novembertage. Minus 43 Grad. Wir wohnten in einem der Plattenbau-Hochhäuser der nördlichsten Großstadt der Welt, in Norilsk. Irgendwie musste ich die Leere und Stille in der Wohnung vertreiben. Ich machte das Radio an, Yunost – das Nationale Radio Netzwerk. „Hier ist Trans World Radio mit der Sendung ‚Durch die Bibel’“, sagte eine ruhige Männerstimme. „Das Thema unserer Sendung heute: Ehescheidung“. Ich war fassungslos. Das hatte ich nicht erwartet. An den Inhalt der Sendung kann ich mich heute nicht mehr genau erinnern, aber es ging eindeutig um mich und meinen Mann. 30 Minuten saß ich wie angewurzelt vor dem Radiogerät.
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| Natalia und Stanislaw im Jahr 2002 |
Die darauf folgende Nacht konnte ich nicht schlafen. Ich rauchte eine Zigarette nach der anderen und dachte über mein Leben nach. Mir dämmerte, dass mein bisheriges Leben eine einzige Lüge war. Am nächsten Tag schaltete ich wieder die Radiosendung ein, um weiter zu hören. Ich wollte nebenher essen, aber ich konnte nicht. Immer wieder verschluckte ich mich an meinen eigenen Tränen. Am Ende der Sendung gab es einen Hinweis, wie man sich im Gebet an Gott wenden kann.
Es machte plötzlich Sinn!
Ich ging ins Wohnzimmer, und sagte mir: Wenn der Mann aus der Sendung Recht hat, dann will ich es ausprobieren. Ich fiel auf meine Knie und schrie meine Verzweiflung in Richtung Decke heraus: „Wenn der Mann aus der Sendung die Wahrheit spricht, und wenn es Dich wirklich gibt, wenn Du wirklich existierst, dann zeige dich mir. Ich möchte diese Wahrheit kennen lernen. Ich möchte verstehen, ich möchte spüren, dass es Dich gibt. Hilf mir…“
Tausend Gedanken gingen mir durch den Kopf. Hatte ich nicht noch irgendwo eine Bibel? In der Abstellkammer wurde ich fündig und fing gleich an zu lesen. Zu meinem Erstaunen stellte ich fest, dass ich alles verstand, was ich las. Ich hatte früher schon einmal einen Blick in dieses Buch geworfen, hatte aber nichts verstanden und den Wälzer einfach zur Seite gelegt. Jetzt aber machten die Gedanken, die mir begegneten, plötzlich Sinn.
Drei Tage saß ich mit der Bibel in der Hand im Sessel meines Wohnzimmers. Ich weiß nicht mehr, wann ich gegessen habe oder ob ich getrunken habe. Ich las und las, schlief auch in dem Sessel. Am dritten Tag kam mein Mann wieder nach Hause. Als er mich mit der Bibel auf dem Schoß sah, dachte er, ich sei verrückt geworden. Unsere 11-jährige Tochter gab ihm die lapidare Erklärung: „Mama hat irgendeine Radiosendung gehört und hat angefangen, die Bibel zu lesen.“
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| Das Kloster steht nicht mehr zur Debatte: Die erste Gemeinde von Natalia und Stanislaw |
Tiefgreifende Veränderung
Es folgten Wunder über Wunder. Ich wusste ja nicht, wie sehr ich mich schon verändert hatte. Mein Mann, Stanislav, hatte es aber sofort gemerkt. Ich wusste nur: Ich habe etwas gefunden, was mir immer gefehlt hatte. Eine innere Ruhe, eine Reinheit, ein neues Empfinden für Beziehungen! Nichts davon gab es in den sinnlosen Partys, die wir ständig gefeiert hatten. Dieses neue Gefühl wollte ich behalten, tief in mir drin, und beschloss in meinem Übermut, in ein Kloster einzutreten. Ich wollte mich diesem neuen Leben ganz hingeben.
Ich teilte Stanislav meine neue Idee mit. „Ich habe da eine Sendung gehört, und ich brauche das jetzt – ich gehe ins Kloster. Gib mir einen Monat Zeit. Ich weiß noch nicht, wie es mit unserer Tochter weitergehen soll.“ Er sagte nur: „Gut, wenn du meinst“. Während dieses Monats beobachtete er mich. Klammheimlich hörte auch er die Sendungen von TWR. Er wollte einfach wissen, was sich seine Frau da reinzieht.
Als sich meine Bedenkzeit dem Ende näherte, kam er eines Tages auf mich zu und legte seine Hände ganz fest auf meine Schultern. Wir standen im Flur unserer Wohnung. Unglaublich: Mein harter Kerl fing an zu heulen wie ein Kind: „Natalia, hilf mir. Ich sehe doch, wie du dich verändert hast. Was ist mit dir geschehen? Ich möchte nicht so weiter leben, auch nicht, dass wir so weiter leben. Ich will auch in der Bibel lesen, ich will mich auch ändern.“ Es folgten viele Gespräche, Tränen und ein durchaus großer geistlicher Kampf mit unseren beiden Egos, bis wir beide unabhängig voneinander unsere Bedürftigkeit vor Gott erkannten und sein Geschenk am Kreuz für uns annahmen.
Völlig neue Perspektiven
Wir fingen an, nach einer christlichen Gemeinde zu suchen. Zusammen. Ins Kloster zu gehen stand nicht mehr auf der Tagesordnung. Eines Tages, als ich mit dem Bus unterwegs war, sah ich im Vorbeifahren ein Schild an einem Haus: „Kirche. Haus des Evangeliums“. Wir gingen hin und wussten sofort – hier wird die Frohe Botschaft verkündet.
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| Natalia und Stanislaw im Jahr 2009 |
Die Wunder hörten nicht auf. Wir veränderten uns gravierend. Zum Positiven! Mein Mann ging auf eine Bibelschule und machte ein Aufbaustudium an der Theologischen Universität in Krasnodar. Er wurde Diakon und später Pastor. Zusammen sind wir durch viele Dörfer in der Umgegend von Norilsk gefahren und haben Menschen von Jesus erzählt. Schließlich haben wir angefangen zu beten, Gott möge uns einen besonderen Missionsauftrag geben. Nach einem Jahr bekamen wir 2007 ein Angebot, als Missionare nach Abchasien zu gehen. Wir sagten zu, denn wir waren uns sicher: Gott möchte uns hier haben. Jetzt arbeiten wir in der Stadt Gagra am Schwarzen Meer. Es ist nicht alles leicht. Aber mit Paulus können wir sagen: Wir können alles durch Jesus, der uns stark macht.
Seit 2001 sind wir jetzt mit Jesus auf dem Weg. Seit dem ersten Tag hat er angefangen uns zu verändern und vorzubereiten. Aus verwöhnten, egoistischen und harten Kindern machte er in kurzer Zeit Nachfolger, die bereit waren, seinen Weg zu gehen. Und ich preise Gott für Trans World Radio und dessen Sendungen. Denn diese Sendungen haben unser Leben verändert.
Erzählt von Natalia Kolchina. Übersetzt und zusammengestellt von Susanna Tielmann.
Links:
- Internatinale Arbeit des ERF: www.erf.de/international
- Website von Trans World Radio: www.twr.org
- Website von Trans World Radio Russland: www.twrradio.ru
Leserbrief zu diesem Beitrag
- Von Johann am 26.11.2009, 10:58 Uhr.
- Wunderbar diese Veränderung! Was bei Menschen unmöglich ist,ist möglich bei Gott! Halleluja!
- Von Ursula am 24.11.2009, 14:14 Uhr.
- Danke für diesen Bericht,auch mir gibt es Kraft ,wenn ich solche Berichte lesen darf.Ich darf hoffen.
- Von Thorsten am 19.11.2009, 11:13 Uhr.
- Vielen Dank für diesen Bericht über Wunder, wie sie nur bei und mit Gott möglich sind! Egal ob in Russland oder in Deutschland oder sonstwo auf dieser Welt.
- Von Hans-Jürgen am 19.11.2009, 0:17 Uhr.
- Es gibt mir kraft wenn ich solche zeugnisse lese. Gott ist gut und treu.
Ich persönlich erlebe Gott nach meiner Scheidung sehr intensiv und es tut gut so gut versorgt zu
sein. Ich wünsche auch anderen
Geschwistern so ein erlebnis. - Von Helen am 18.11.2009, 22:06 Uhr.
- Wow, Lob und Dank sei unserem unglaublichen Gott! Dieses Zeugnis hat mich sehr berührt. Gott segne euch Natalia und Stanislaw!!
- Von Jutta am 18.11.2009, 15:51 Uhr.
- Ein beeindruckender Beitrag. Gott erhört jeden Hilferuf. Wirklich toll, was den beiden widerfahren ist!
- Von HeHe am 17.11.2009, 9:38 Uhr.
- Vielen Dank für diesen Bericht.
Auch ich bin aus einem gottlosen Leben herausgerufen worden vor nunmehr 8 Jahren. Und kann die Segnungen Gottes nur bestätigen.
Der Erzählerin und ihrer Familie alles Gute - Von Uwe Rueß am 17.11.2009, 4:32 Uhr.
- Hallo liebe Redaktion,
ich finde den Bericht bzw. das Zeugnis einfach klasse.
Danke Jesus das Du die Menschen veränderst,Deine Liebe und Gande ist so wunderbar und einzigartig, ich preise Dich für die beiden Menschen. Gruß aus Bayern Uwe auf Geschäftsreise und Danke für die tollen Ermutigungen. Ich bon selbst Teamleiter und Seelsorger in unserer gemeinde in Karlsruhe





