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Mosaik – Gemeindegründung in der Postmoderne


In einem Mosaik ergeben viele kleine Bilder ein Facettenbild des Ganzen.

Foto: peter087, Photocase.de
Mosaik – der Name ist Programm. Programm für eine – ja, was eigentlich? Gemeinde? Community? Wahrscheinlich würde sich Mosaik Düsseldorf eher als letzteres bezeichnen: Als Community! Das ist eine Gemeinschaft von Menschen, die gemeinsam unterwegs ist, um Glauben zu leben. Menschen mit unterschiedlichen und zerbrechlichen Lebensentwürfen, die dennoch von Gott zu einem kunstvollen Mosaik zusammen gesetzt werden.
Angefangen hat alles in Los Angeles: In der Kirche „Church on Brady“, einer innovativen und kreativen Southern Baptist Gemeinde, die Pastor Erwin McManus 1990 übernommen hat. 1995 folgte dann die Namensänderung und somit die Geburtstunde von Mosaik. Seit dem ist viel passiert und die Arbeit von McManus, der auch durch Bestseller wie „Eine unaufhaltsame Kraft. Gemeinde, die die Welt verändert“ bekannt wurde, hat Kreise weit über Los Angeles hinaus gezogen. Auch in Deutschland.

So ist zum Beispiel seit 2005 das Ehepaar Nascente und Baetcke in Düsseldorf in einer Gemeindegründungsarbeit tätig. Es geht Mosaik dabei nicht darum, Christen aus anderen Gemeinden durch modernere Gottesdienste abzuwerben. Vielmehr sollen insbesondere Nichtchristen angesprochen werden, die sich mit den Formen und Strukturen von fest etablierten Kirchen und Gemeinden schwer tun. Um mit ihnen in Kontakt zu kommen, wird unter anderem einmal im Monat eine International Food Night mit Lifemusik und leckerem Essen angeboten: Kreative Nächstenliebe, die sich einen Weg zum anderen auf innovative Art und Weise bahnt.

Überhaupt sind Kreativität, Innovation und Kultur Schlagworte, die immer wieder fallen. Es geht darum, Gemeinde zu bauen mit den Fähigkeiten, die der Einzelne mitbringt und darum, Gott und Mitmenschen zu dienen, mit Talenten, die Gott geschenkt hat. Gottesdienstgestaltung und Gemeindeleben sollen organisch entstehen. Das, was an Potential da ist, soll genutzt werden. Wenn es in der Gemeinde Tänzer gibt, dann können sie sich mit dieser Begabung einbringen. Wenn keine da sind, wird nichts erzwungen. Die Zukunft bleibt offen. Eine starre Gemeindestruktur gibt es nicht, damit die Gemeinde wachstumsfähig und flexibel bleibt. Die Einzigartigkeit des Menschen ist wichtig, ebenso wie die Einzigartigkeit jeder Gemeinde.

Trotz dieser prinzipiellen Offenheit gibt es einige Grundlagen, die Gestaltung und Wachstum von Mosaik prägen: Die Bibel ist das inspirierte Wort Gottes und als solche der Kompass für den Ältestenkreis. Jeder, der genauer wissen will, was hinter dem christlichen Glauben steht, bekommt einen Mentor an die Seite gestellt, der Fragen beantworten kann. Und auch Jüngerschaft wird groß geschrieben. Hier kommen die so genannten Core Values ins Spiel: Symbole, die verdeutlichen sollen, was ein Christ zum Wachsen braucht: Erde (Charakterformung), Wasser (Liebe), Wind (Wirken des Geistes), Feuer (die Begegnung mit Gott) und schließlich Holz (organisches Wachstum ohne starre Struktur).

Mosaik Düsseldorf – Eine Gemeinde, die auf ihre ganz spezielle Weise versuchen möchte, Menschen mit dem Evangelium zu erreichen. Dass ihre Herangehensweise dabei nicht jedermanns Sache ist, darüber sind sich die Verantwortlichen von Mosaik im Klaren und damit scheinen sie auch keine Probleme zu haben: Auf ihrer Homepage finden sich Links zu anderen Düsseldorfer Gemeinden. Ob Mosaik selbst sich eines Tages einem Gemeinde – oder Kirchenverband anschließen wird, ist nicht auszuschließen. Ihnen ist aber wichtig, dass sie auch dann bleiben können, was sie sind: Eine innovative und kreative Gemeinde eben.
Autor: Michael Gerster

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